Falkenberg_Wappen_1 Falkenberg_Ansicht_1

Die Kernstadt Falkenberg/Elster liegt im Südwesten des Landes Brandenburg, im Länderdreieck Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile Beyern, Großrössen, Kölsa, Rehfeld und Schmerkendorf umfasst eine Gesamtfläche von 81,79 Quadratkilometer mit Auen, Kiefern- und Mischwäldern, Wiesenflächen und Feldern im „Elbe-Elster-Tiefland“. Das Gebiet ist Teil des Lausitzer Urstromtales. Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit den ausgebauten Rad- und Wanderwegen bietet zu jeder Jahreszeit ausgezeichnete Voraussetzungen für den Urlaub im ländlichen Raum. Die Stadt ist günstig mit der Bahn und auch über die gut ausgebauten Landstraßen zu erreichen. Die Gründung des Ortes Falkenberg mag wohl bis 1200, die Zeit der Ostexpansion, zurückreichen. Bereits im Jahre 1251 fand die Ortschaft ihre erste urkundliche Erwähnung. Falkenberg war über Jahrhunderte hinweg ein Straßendorf mit bestehenden Gehöften unter der Herrschaft der häufig wechselnden Lehnsherren und Rittergutsbesitzer. Johann Friedrich von Schönberg, der nach dem Tode seines Vaters mit dem unteren Gutshof belehnt wurde, gilt als Verfasser des „Schildbürgerbuches“. 1597 wurde dieses als „Lalenbuch“ in Frankfurt/Main veröffentlicht und 1598 in weiterer Form als „Schildbürgerbuch“ unter seinem Pseudonym herausgegeben. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ vor allem 1637 seine Spuren. Nur noch sieben Höfe waren besetzt, andere blieben jahrzehntelang wüst. Im Jahre 1835 fiel das Dorf zu zwei Dritteln einer unerklärlich eintretenden Feuersbrunst zum Opfer. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde am 1. Oktober 1848 die Eisenbahnstrecke Jüterbog-Herzberg-Riesa dem Verkehr übergeben. Falkenberg entwickelte sich rasch zum Eisenbahnknotenpunkt. Bau, Gewerbe und Industrie siedelten sich somit verstärkt an. Neben dem Transportgewerbe entwickelte sich insbesondere die Baustoffindustrie auf der Grundlage der Sandlagerstätten im Raum Kiebitz und später mit der flächendeckenden Elektrifizierung die Energiewirtschaft. Viele Eisenbahner, Gewerbetreibende und Händler zog es mit ihren Familien nach Falkenberg. Die Stadt erhielt ein Überlandwerk der Landelektrizität und ein Umspannwerk, außerdem ein Imprägnier- und Hartsteinwerk. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Falkenberg eine der ältesten Molkereigenossenschaften des Landes Sachsen-Anhalt gegründet. Aufgrund der Lage der Gemeinde in einem landwirtschaftlich geprägten Raum siedelten sich auch der landwirtschaftlichen Primärproduktion vor- und nachgelagerte Betriebe in Falkenberg an. Von 1936 bis 1945 wurden auf dem 1934 gebauten Flugplatz „Alt Lönnewitz“ Flugzeuge montiert. 1945 übernahm die sowjetische Armee das gesamte Areal und baute dort eine eigene Infrastruktur auf. Der Flugplatz wurde jedoch nicht nur von sowjetischen Kampfflugzeugen genutzt. 1993 verließen die letzten russischen Soldaten den Flugplatz. Die EU und das Land Brandenburg stellten erhebliche Mittel für die militärische Konversion des Areals zur Verfügung. Durch den Ausbau einer Straße und die damit geschaffene Anbindung an die B183 entstand das Gewerbegebiet „Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz“. Angesiedelt haben sich einige Betriebe der Bau- und Elektrobranche. Auch der Flugbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Im Zweiten Weltkrieg richten am 18. und 19. April 1945 anglo-amerikanische Bombenangriffe auf Falkenberg schwere Zerstörungen an. Das Bahnhofsgelände mit Bahnhofsgebäude und Post wurden vollständig zerstört. Am 17. Oktober 1962 bekam Falkenberg das Stadtrecht verliehen. Durch die außerordentlich positive Entwicklung der Eisenbahn, die maßgebend den Ort voranbrachte und als Haupterwerbsquelle für die Einwohner galt, war Falkenberg jahrzehntelang Eisenbahnerstadt. Das Stadtwappen zeigt das Flügelrad-Symbol der Eisenbahn und den Gittermast für die Energieversorgung und zwei Ähren für die Landwirtschaft, den wesentlichen Wirtschaftsbereichen der Stadt zum Zeitpunkt der Stadtrechtsverleihung. Falkenberg/Elster entwickelte sich stetig weiter. Von besonderer Bedeutung waren der Wohnungsbau, die Schaffung von Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen, der Schulneubau sowie der Ausbau von kulturellen und sportlichen Einrichtungen und das Naherholungszentrum „Kiebitz“. Im Jahr 2000 wurde auf dem ehemaligen Gelände der Molkerei ein neues kulturelles Zentrum für Falkenberg gebaut – das „Haus des Gastes“. Öfters um- und angebaut, rekonstruiert und verschönert wurde das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, das aus zwei Sportplätzen, einer Turnhalle, mehrerer Vereinsräume und einem Gemeinschaftsraum für die Mitglieder des Eisenbahnsportvereins „Lokomotive“ besteht. Bis 1990 zählte Falkenberg/Elster zirka 7.500 Einwohner. Die größten Arbeitgeber, wie die Deutsche Reichsbahn, die Deutsche Post, die Schuhfabrik, das Elektrogerätewerk, das Kalksandsteinwerk, das Korbmacherhandwerk, die Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie die landwirtschaftlichen Betriebe veränderten ihre Betriebssitze bzw. wurden geschlossen. Viele Einwohner verloren ihre Arbeit und verließen die Stadt. Von 1992 bis 2001 war die Stadt Falkenberg/Elster Verwaltungssitz des Amtes Falkenberg/Uebigau. Mit dem Gesetz zur Gemeindegebietsreform löste sich das Amt zum 31. Dezember 2001 auf. Die Gemeinden Beyern, Großrössen, Kölsa und Rehfeld gliederten sich in die Stadt Falkenberg/Elster ein. Mit Beschluss des Verfassungsgerichtes des Landes Brandenburg wurde die Gemeinde Schmerkendorf in die amtsfreie Stadt Falkenberg/Elster eingegliedert. Gastlichkeit Falkenberg ist eine jung, grüne, aufstrebende Kleinstadt. Bürgerhäuser in prägender Backsteinbauweise und Putzbauten mit Stuckelementen bestimmen das Ortsbild. Großzügig angelegte Wohngebiete im ortskernnahen Stadtbereich und im Stadtzentrum mit sanierten Altbauten in Mehrfamilien-Blockbauweise sowie breit angelegte Wohngebiete mit 1- bis 4-Familienhäusern gestalten die Wohnbereiche. Die Stadt bietet ihren Gästen zahlreiche Möglichkeiten für eine aktive Freizeitgestaltung im sportlichen und kulturellen Bereich. In über 60 eingetragenen Vereinen, die zum bunten, mobilen Leben in der Stadt und der Region beitragen, ist die Beteiligung möglich. Neben der bereits erwähnten modernen Bibliothek laden die Fitness-World mit Sauna, Wochenenddiskothek, Spielothek, Minigolfanlage im Erholungsgebiet, Schießstand des Schützenvereins zur Betätigung ein. Konzerte in der evangelischen Jugendstilkirche und die musealen Einrichtungen beleben das kulturelle Umfeld der Region. Im Jahr 2000 wurde das „Haus des Gastes“ in der Lindenstraße fertig gestellt. Neben einem touristischen Informationsbüro bietet der über 500 Besucher aufnehmende Saal viele kulturelle Höhepunkte an. Erfreulich ist die Entwicklung auf dem Sektor der Beherbergungsmöglichkeiten. So stehen zurzeit 130 Betten in Hotels und Pensionen zur Verfügung. Bürger bieten in familiärer Atmosphäre Privatzimmer an. Im Erholungsgebiet „Kiebitz“ kann man ganzjährig einen Bungalow mieten. Selbstverständlich laden auch nach einem Stadtbummel in unseren Geschäften und Boutiquen zahlreiche Gaststätten zu einer ordentlichen Stärkung in gemütlicher Atmosphäre ein. An jedem Mittwoch findet der bunte Wochenmarkt vor dem Haus des Gastes statt. Am Freitag stehen die Angebote eines grünen Marktes in der Innenstadt zum Kauf.